Cafeteria FH Potsdam

Pappbecher kostet extra

Ab dem 1. August zahlt man in der Mensa und Cafeteria 10 Cent mehr für Heißgetränke im Pappbecher. Mit dieser Maßnahme möchte das Studentenwerk Potsdam die 1.500 Einwegbecher reduzieren, die täglich in allen Mensen und Cafeterien verbraucht werden.

Bei uns an der FH wird jedes zweite Heißgetränk in einem Pappbecher verkauft. In anderen Einrichtungen des Studentenwerks ist der Anteil an Einwegbechern sogar noch höher als bei uns.

Auch Mehrwegbecher sollen attraktiver werden. Denn wer einen eigenen Becher mitbringt, bekommt ab sofort 10 Cent Rabatt. Wer das Getränk wiederum in der Tasse bestellt, zahlt den normalen Preis. So kostet jetzt ein Kaffee 80 Cent (Mehrwegbecher), 90 Cent (Tasse) oder 1 Euro (Pappbecher); ein Cappuccino zwischen 1,10 und 1,30 Euro.

Neben der neuen Preisgestaltung wird das Studentenwerk im Winter dieses Jahres einen eigenen Mehrwegbecher verkaufen. Auf Facebook konnten Studierende darüber abstimmen, welche von 5 Varianten sie am besten fanden (gewonnen hat ein grüner Becher aus Bambus).

Auch das Thema Hygiene sollte kein Problem sein. Die Auslaufdüsen an den Kaffeemaschinen sollen so eingestellt sein, dass es keinen direkten Kontakt mit dem Becher darunter gibt.

Während es in der Mensa und Cafeteria nun quasi drei verschiedene Preise für jedes Getränk gibt, bleibt im Casino alles beim Alten – dort gibt es ja ohnehin keine Pappbecher. Und für 50 Cent ist der Kaffee immer noch der günstigste weit und breit. Übrigens sind auch im Casino Mehrwegbecher nach wie vor willkommen.

Für mehr Nachhaltigkeit

Pro Stunde werden in Deutschland rund 320.000 Einwegbecher verbraucht! Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, testen zurzeit viele Städte wie Berlin, Freiburg und München neue Mehrweg-Pfandsysteme. Immer öfter bekommt man in Cafés und Bäckereifilialen ebenfalls einen Preisnachlass, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.

Auch das Studentenwerk bemüht sich, nachhaltiger zu sein: Fair-Trade-Kaffe, recycelbare Servietten und weniger Verpackungen sind einige Beispiele dafür. Seit April kann sogar der übrig gebliebene Kaffeesatz kostenlos als Dünger mitgenommen werden; jährlich bleiben nämlich 7.000 Kilo davon übrig. Der Kaffeesatz enthält wertvolle Nährstoffe und ist eine natürliche und chemiefreie Variante für die Düngung von Freiland- und Topfpflanzen. Zum Winter wird außerdem ein neuer recycelbarer Pappbecher eingeführt werden, der ökologisch abbaubar ist. Und zum Ende des Jahres wird auch das Einweggeschirr durch ökologisch abbaubareres Einweggeschirr ersetzt werden.

Es wird spannend zu sehen sein, wie die Kunden auf die neuen Preise reagieren, und ob sich die Nutzung von Pappbechern tatsächlich reduziert. Die letzte Maßnahme des Studentenwerks war nicht besonders erfolgreich: die im Mai eingeführte bargeldlose Kasse, die eine schnellere Kassierung ermöglichen sollte, wurde gar nicht gut angenommen. Täglich gab es an der normalen Kasse eine lange Schlange, während die andere Kasse kaum genutzt wurde… Inzwischen kann man auch dort in bar zahlen. Vielleicht hat dies etwas damit zu tun, dass 78% aller Einkäufe in Deutschland (immer noch) mit Bargeld bezahlt werden.

Und die Pappbecher? Bei Tchibo ist seit Einführung der Kostenpflicht für Einwegtüten die Nutzung um knapp 90% zurückgegangen.
Wenn das nicht vielversprechend klingt.

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