7 Fragen an Perspektivwechsel

© Nikolas Ripka

Herzlich will­kommen zu einer neuen Folge „7 Fragen an“. Ich bin Elena und bin heute hier mit der Initiative Per­spek­tiv­wechsel. Herzlich willkommen.

Hannah: Hi, ich bin Hannah.

Lara: Ich bin Lara.

Hannah: Wir stu­die­renden beide im Bachelor Archi­tektur und Städ­tebau. Ich bin im 8., Lara im 6. Semester.

Eure Initiative, woher kommt sie? Was hat euch dazu gebracht? 

Lara: Also Hannah, ich und eine weitere aus unserem Kol­lektiv haben im ver­gan­genen Jahr bei dem Women in Archi­tecture Fes­tival mit­ge­ar­beitet. Und wir wollten im Nach­hinein noch etwas von den Erfah­rungen, die wir von dort auch mit­ge­bracht haben, an unsere Hoch­schule bringen. Wir haben dann überlegt, wie wir das Ganze starten könnten und hatten dann im ver­gan­genen Oktober eine Ver­nissage hier an der Hoch­schule orga­ni­siert. Anfang dieses Jahres haben wir uns dann wirklich als Kol­lektiv zusam­men­ge­funden und überlegt, was konkret unsere Ziele sind und was wir erreichen wollen.

Wie hat sich eure Gruppe gefunden?

Hannah: Also, es gab ja uns drei, die bei diesem Fes­tival mit­ge­holfen hatten, daher kannten wir uns schon und hatten ganz viel zusammen gemacht. Wir wussten von ein paar Leuten, die sich auch für das Thema inter­es­sieren oder die bei dem Fes­tival auch auf Ver­an­stal­tungen gewesen waren. Und dann gab es noch so ein paar andere Leute, die bei dieser Ver­nissage ganz viel gesagt und ganz viel mit­dis­ku­tiert haben. Und dann haben wir, ein bisschen frech, auch einfach noch ein paar Leute ange­sprochen und gefragt, ob sie nicht Lust haben mit­zu­machen. Und dann haben wir bei ver­schie­denen Gele­gen­heiten auch noch ein bisschen Werbung in, sozu­sagen, eigener Sache gemacht. Wir freuen uns auch immer noch über neue Mit­glieder. Wir treffen uns immer freitags und wer Bock hat, kann auch einfach dazu­kommen und gucken, ob es was ist.

Lara und Hannah in der Ton­kabine im Audio­labor der FHP. © Elena Langner

Und wie kann man euch erreichen?

Hannah: Wir haben einen Instagram Kanal: @Perspektivwechsel_fhp und die E‑Mail-Adresse . Wir treffen uns immer freitags um 13:00 Uhr in Haus A, unten im Ein­gangs­be­reich. Da kann man auch einfach hin­kommen und mal fragen.

Sehr cool. Was ist euer Ziel mit der Initiative?

Hannah: Also ich glaube, dadurch, dass wir von diesem Fes­tival kamen, ging es am Anfang ganz viel um das Thema Frauen in der Archi­tektur, Gleich­stellung und pari­tä­tische Besetzung. Bei­spiels­weise von Jurys oder in Büros und so. Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass es eigentlich noch ganz viele andere Themen gibt, wo es viel­leicht Ungleich­heiten gibt, die nicht genug genannt werden. Und daher kam dann auch dieser Name, um zu sagen: eigentlich wollen wir vor allem ganz viele, neue Per­spek­tiven einbringen.

„eigentlich wollen wir vor allem ganz viele, neue Per­spek­tiven einbringen“

Wir wollen mehr, diverse Vor­bilder haben und nicht immer die alten weißen Männer, sondern eben coole Frauen hören und coole Leute mit coolen Erfah­rungen. Dann ging es vor allem darum, mehr Per­spek­tiven, mehr Vor­bilder zu haben und eben auch die Ver­ant­wortung, die wir später als Architekt*innen oder als Pla­nende haben. Wir gestalten ja ganz konkret die Umwelt und die Städte, eben die Archi­tektur. Damit ja auch viele soziale Räume. Und diese Ver­ant­wortung ein bisschen mit­zu­ge­stalten, aber uns auch unserer Chancen bewusster zu werden, quasi.

Es gab auch schon mal ein Fes­tival mit einem ähn­lichen Thema. Kommen solche Initia­tiven im Berufs­leben an?

Lara: Also wir haben jetzt schon relativ viel von fem_arc gehört, das ist eine Initiative, die sich in der Uni­ver­sität der Künste gebildet hatte und inzwi­schen sind die meisten Student*innen aus dieser auch im Berufs­leben ein­ge­stiegen. Und es gibt auch noch weitere Initia­tiven, innerhalb des Berufs­lebens, wie das Netzwerk NAILS und die Archi­tek­ten­kammer.

Sind sie inzwi­schen eigentlich „Architekt*innen“-Kammer?

Hannah: Nein, die wird leider immer noch nicht gegendert. Das ist immer noch die Archi­tek­ten­kammer. Aber das ist jeden­falls quasi die Berufs­ver­tretung der Architekt*innen. Sie heißen bloß nur Archi­tek­ten­kammer. Immer noch.

Lara: Na ja, sehr bedau­erlich. Kann sich ja viel­leicht auch noch in Zukunft ändern. Aber auf jeden Fall sitzt in dieser Archi­tek­ten­kammer auch ein Verein namens NAILS, der sich vor allem aus Frauen zusam­men­setzt und natürlich auch für diese Rechte eintritt.

Snake oder NAILS?

Lara: NAILS, mit einem Bindestrich.

Hannah: Das ist einfach die Abkürzung für Netzwerk für Archi­tek­tinnen, Innen­ar­chi­tek­tinnen, Land­schafts­ar­chi­tekten und Städ­te­planer. Und das zusammen ergibt N‑A-I-L‑S, oder „Nagel“. Das ist der Wortwitz. (lacht)

Wie ist die Initiative bei den Leh­renden ange­kommen an der Fachhochschule?

Hannah: Also wir haben, als wir uns gegründet hatten, den Ler­nenden einmal geschrieben, dass wir uns über eine Zusam­men­arbeit oder auch Input oder Impulse sehr freuen. Sie haben natürlich ein ganz anderes Wissen und Know-How, und da wäre es auch gut, zusam­men­zu­kommen. Und es gab dann auch tat­sächlich ein paar Gespräche mit Leh­renden, die die Themen auch super spannend fanden und ihre Inputs noch dazu­ge­geben haben.

Was natürlich auch super spannend ist, weil sie auch wieder aus einer ganz anderen Ebene, der Berufs­po­litik-Per­spektive gucken. Und einige von den Mit­ar­bei­tenden und Leh­renden sind auch zu unseren Vor­trägen gekommen. Viel­leicht ergibt sich da auch in den nächsten Semestern noch mehr, dass mehr zusam­men­ge­ar­beitet werden kann. Also wir freuen uns auf jeden Fall, wenn da noch mehr Dialog entsteht.

Ihr habt durch eure Initiative ja eine Vor­trags­reihe ver­an­staltet. Wie kam es zu den Themen und zu den Redner*innen?

Lara: Durch viele lange Teams-Mee­tings, die wir zusammen hatten. Aber dann war es uns auch sehr wichtig, einen gewissen Potsdam-Bezug her­zu­stellen, dass hier auch auf jeden Fall die gewisse Nähe da ist. Wir hatten dann ja den Verein Post­co­lonial Potsdam ein­ge­laden, der wirklich auch aus Potsdam stammt, und der sich mit dem Thema des Kolo­nia­lismus aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Und wir hatten noch Sophia Lenz ein­ge­laden, die auch von der Fach­hoch­schule kommt. Und sonst war es uns einfach wichtig, erstmal mit diesen Themen einen gewissen Anstoß zu setzen. Viel­leicht auch für zukünftige Dis­kus­sionen, nach der Hoch­schule, nach den Vor­le­sungen, aber viel­leicht auch in den kom­menden Semestern.

Hannah und die Vor­tra­gende von Post­co­lonial Potsdam im Saal des Casinos, Haus 17. © Elena Langner

Wisst ihr schon, welche Themen ihr nochmal auf­greifen wollt, oder stehen da noch mehrere Teams-Mee­tings an?

Hannah: Wir haben mitt­ler­weile eine lange Liste an Themen, die man nochmal ansprechen könnte. Und dadurch, dass die Archi­tektur und Stadt­planung so viele Schnitt­stellen mit allen mög­lichen Sachen haben, gibt es da ganz, ganz viel worüber man noch reden könnte. Ich glaube, es wäre auch spannend, die Sachen, die wir jetzt hatten, nochmal zu ver­tiefen und auf bestimmte Aspekte ein­zu­gehen. Und ich fand es auf jeden Fall auch spannend, dass wir am Anfang, glaube ich, dachten, es sind drei sehr unter­schied­liche Themen. 

Denn es gab drei Vorträge:

  • der eine war gen­der­ge­rechte Stadtplanung, 
  • der zweite war zu Bar­rie­re­freiheit und Design for all und 
  • der dritte war über Post­ko­lo­niales Potsdam. 

Und wir dachten irgendwie, die Themen seien sehr unter­schiedlich. Aber am Ende ging es dann eigentlich die ganze Zeit nur um das Thema: Wie sollen Städte sein? Wie wollen wir Städte bauen? Was bedeutet Stadt eigentlich? Für wen ist die Stadt? Und ich glaube, da kann man noch ganz viel machen. Also auch Stadt­po­litik oder soziales Bauen, diese ganzen Themen.

„Wie sollen Städte sein? Wie wollen wir Städte bauen? Was bedeutet Stadt eigentlich? Für wen ist die Stadt?“

Lara: Im End­effekt war wirklich immer am Schluss des Abends wieder die Dis­kussion, wie man eine Stadt für alle mög­lichst attraktiv machen kann.

Hannah: Und für alle zugänglich. Auch dass es eben nicht, sozu­sagen, von einer Elite für eine Elite gebaut wird, sondern dass eben ver­schiedene Per­spek­tiven mit­ge­dacht und mit­ein­ge­plant werden. Und das ist, glaube ich, was man auf jeden Fall auch noch kon­kre­ti­sieren kann. Also wie konkret kann ich dann ent­werfen und wie konkret kann ich dann planen, damit das, was ich plane und ent­werfe, zugänglich ist?

Ver­misst ihr sowas in der Lehre?

Lara: Also man muss ja von Grund auf sagen, dass wir Architekturstudent*innen schon den ganzen Tag an der Hoch­schule sind. Und ich glaube, wir haben einen sehr kom­pakten Lehrplan und es gibt da sicherlich einige Themen, die auch einfach manchmal etwas schwierig sind, in den ganzen Vor­le­sungen über­haupt unter­zu­bringen. Und wir hatten da vor einigen Monaten die Idee, dass wir doch abends, wenn wir mal Zeit haben, ein­zelne Themen ansprechen, die manchmal nicht diesen Platz innerhalb des Regel­stu­di­en­zeit­plans finden. Viel­leicht ändert sich das in Zukunft ja auch noch, aber gerade ist der sehr voll.

Wie geht es weiter mit eurer Initiative?

Lara: Also wir hatten auf jeden Fall dieses Semester sehr gute Erfah­rungen mit dieser Vor­trags­reihe gemacht, die wir orga­ni­siert haben. Und könnten uns auf jeden Fall auch nochmal vor­stellen, in den kom­menden Semestern etwas ähn­liches zu planen. Was jetzt auch schon bei uns zur Dis­kussion stand, war viel­leicht noch mal etwas anderes zu orga­ni­sieren, wie viel­leicht sogar einen Wahlkurs. Aber das ist dann auf jeden Fall nochmal viel Planung, die dann auf uns zukommt. Und da müssen wir uns selber jetzt erst mal noch mal zusammen an den Tisch setzen und schauen, wo wir genau hinkommen.

Hannah: Ich glaube, was auf jeden Fall hilft, ist das wir jetzt diese Vor­trags­reihe einmal gemacht haben. Das war jetzt auch was, was niemand von uns vorher jemals schon mal gemacht hatte. Und jetzt haben wir so ein bisschen Erfahrung, haben irgendwie auch für uns ein paar Sachen gelernt und Ver­bes­se­rungs­sachen mit­ge­nommen. Es hilft auf jeden Fall. Und ansonsten freuen wir uns auch über Vor­schläge. Also wenn es jetzt irgendwie, keine Ahnung, Themen gibt, wo irgendwer denkt, das müsste dringend mal auf den Tisch gelegt werden.

Wir haben jetzt noch keinen festen Plan und wenn sich Sachen ergeben, dann ist es voll schön. Und auch die Vor­tra­genden, die da waren, haben noch mal Ideen gehabt oder noch mehr Sachen mit­ge­bracht, an Input. Und ich glaube, darum geht es uns ja auch erst mal, die Sachen auf den Tisch zu legen und dann zu gucken, was man damit macht und wie man dann weitermacht.

Danke schön. Bei eurem letzten Vortrag habt ihr auch Merch ver­kauft und die ganze Zeit auch schon Sticker und Flyer ver­teilt. Wie kam es dazu?

Lara: Also von Grund auf haben wir überlegt, was wir machen könnten, um uns auch innerhalb der Hoch­schule bekannter zu machen. Und wir haben gedacht, jeder liebt Sticker und diese dann irgendwo hin zu kleben. Und dann hatten wir beim letzten Vortrag noch mal Lust, etwas mehr zu machen und haben dann Jute­beutel bedruckt und die an die Besu­chenden her­aus­ge­geben. Und ja, es gibt auch noch Beutel übrig.

Kann ich die auch freitags abholen?

Hannah: Die kann man auch freitags abholen. Kosten 3 €, was ein sehr fairer Preis ist.

Sehr cool. Wurde der Merch auch über den Gleich­stel­lungs­fonds bezahlt oder habt ihr das über eigene Tasche gemacht?

Hannah: Also die Sticker ja, weil die vor allem Wer­be­mittel für die Vor­träge waren. Die hatten wir immer zusammen mit den Flyern ver­teilt und haben damit vor allem erst mal Werbung für die Vor­träge gemacht. Diese Jute­beutel haben wir dann selber bezahlt. Deshalb kosten die auch was, weil wir dadurch eben das Geld wieder rein­be­kommen. Aber die waren wirklich aus eigener Tasche bezahlt.

Vor dem ersten Vortrag hatten wir uns alle T‑Shirts bedruckt mit „Per­spek­tiv­wechsel“, weil wir dachten, dass es hilf­reich wäre, wenn man uns als Team erkennen kann. Auch hatten wir die Vor­tra­genden noch nie live gesehen und dachten, es wäre viel­leicht hilf­reich, wenn sie da ankommen und wissen, wen sie ansprechen sollen. Und dann wurden wir auf diese T‑Shirts ange­sprochen. Die wollten wir aber für uns selber behalten, damit wir als Team erkennbar bleiben. Und deshalb gibt es jetzt Jutebeutel.

Da sind da auch die Plakate ent­standen, wo dieses eckige FHP-Semi­kolon dar­ge­stellt wird.

Lara: Genau, die sind auch über diese Werbung für die Vor­trags­reihe ent­standen und auch aus den Wer­be­mitteln das Gleich­stel­lungs­fonds bezahlt worden. Die Wer­be­mittel haben wir dann das erste Mal bei dem Re*action Fes­tival, was im April auf dem Campus statt­ge­funden hat, erstellt, um uns über­haupt als Kol­lektiv mal bei der Hoch­schul­ge­meinde vor­zu­stellen und alles kompakt auf einem Flyer zusammen zu haben.

Da hat Semi­kolon euch kennengelernt.

Hannah: Genau. Und der sehr stumpfe Archi­tektur-Witz ist natürlich, dass es eben ein Semi­kolon in der Per­spektive gezeichnet ist, deshalb halt Per­spek­tiv­wechsel. Und das Semi­kolon ist von der Hochschule.

Jetzt ergibt das alles Sinn! Ich wollte noch fragen, wieso es aus­sieht, wie es dazu kam, wieso 3D und wieso in dieser Zeichnung?

Hannah: Genau, es ist eben absichtlich auch keine Axo­no­metrie oder so, sondern eben ein Semi­kolon in der Per­spektive. Das fanden wir sehr cool. Und dann hat Lara (die andere Lara) das dann gezeichnet.

Sehr cool.

Hannah: Was wir ja auch noch haben, ist diesen Instagram-Account, und den nutzen wir natürlich eben auch, um Werbung zu machen. Und was wir da eben auch ange­fangen haben, sind zwei Sachen. Zum einen machen wir jede Woche eine Wort­er­klärung, weil wir uns schon mit Themen beschäf­tigen, die für manche viel­leicht neu oder abs­trakt sind. Also zum Bei­spiel: Was bedeutet eigentlich „post­ko­lonial“, warum das „post“ davor und was ist dann der Unter­schied zu „Deko­lonial“ usw.? Oder: was ist „inter­na­tio­naler Femi­nismus“ und warum nicht nur „Femi­nismus“? Und so weiter. Und diese ganzen Sachen haben wir uns eben einmal auf­ge­schrieben, um dann jede Woche eines dieser Worte zumindest kurz zu erklären.

„wir machen jede Woche eine Wort­er­klärung, weil wir uns schon mit Themen beschäf­tigen, die für manche viel­leicht neu oder abs­trakt sind“

Und die andere Sache ist, dass wir für das Thema Frauen in der Archi­tektur, Lite­ra­tur­listen angelegt haben. Wir sind gerade dabei es auch noch auf die anderen Themen zu erweitern. Da findet man eine Liste mit Links zu Lite­ratur, Essays, Film und Pod­casts zum Bei­spiel. Und genau das ist auch ein bisschen nach­hal­tiger als nur diese Vor­träge. Wenn man zum Bei­spiel selber gerade ent­wirft und irgendwie drüber nach­denken kann, jetzt mal einen Entwurf irgendwie gen­der­ge­recht zu gestalten, dass man auch dann auf diesen Res­sour­cenpool irgendwie zugreifen kann. Und es gibt nämlich auch erstaunlich viele Bücher darüber in der FHP-Bibliothek.

Lara: Die sind auch farblich in der Liste mar­kiert, so leicht hin­terlegt, dass man sie auch wirklich finden kann.

Richtig gut! Das wusste ich noch nicht, ich bin gerade sehr begeistert.

Hannah: Ja das war, wie gesagt, der Gedanke; okay, wir machen diese Vor­träge und geben Impulse. Und klar dis­ku­tiert man dann am Abend viel­leicht noch ein bisschen weiter, aber wir wollen auch irgendwie so ein bisschen was Nach­hal­tiges machen, was, was man auch im Nach­hinein noch irgendwie ansehen kann. Oder wenn einen das Thema dann irgendwie inter­es­siert hat und man das viel­leicht vorher gar nicht auf dem Schirm hatte, dass man dann auch selbst noch weiter gucken kann.

Besu­che­rinnen nehmen an der Nudel­aus­wertung teil und werfen Nudeln in das weib­liche Geschlecht rein. © Elena Langner

Super. Bei euren Ver­an­stal­tungen gab es am Eingang eine Nudel-Aus­wertung und ich habe mich gefragt: wieso und wie kommt ihr zur Idee, mit Nudeln auszuwerten?

Hannah: Wir wurden ja bei der Ver­an­stal­tungs­reihe vom stu­den­ti­schen Gleich­stel­lungs­fonds vom Gleich­stel­lungsbüro der FHP gefördert. Und da sollen wir einen Abschluss­be­richt schreiben und wurden wir gebeten, zu erheben, was das für Men­schen waren, die gekommen sind. Also aus welchen Fach­be­reichen kamen sie? Welches Geschlecht haben sie? Wen hat man so erreicht und wen nicht? 

Und es war ja auch für uns ganz inter­essant, zu sehen: wo können wir viel­leicht dann nächstes Mal noch mehr Werbung machen oder welche Gruppen können wir noch besser ansprechen? Und das ein­fachste war dann so eine Nudel-Umfrage zu machen, das hatten wir uns bei dem Team des Re*action-Festival abge­guckt. Wir hatten dann fünf Gläser für die Fach­be­reiche und eins für Externe. Und dann konnte man eine Nudel in das Glas werfen, aus dem man kam und mit dem Geschlecht genauso. Und dann konnten wir das am Ende auswerten.

Und habt ihr sie schon aus­ge­wertet und schon was daraus gelernt, sozusagen?

Lara: Ja, wir haben schon eine Aus­wertung gemacht und uns sehr darüber gefreut, dass männlich / weib­liche Geschlech­ter­ver­hält­nisse relativ ähnlich ver­teilt waren. Aber auch bei den Fach­be­reichen haben wir auch außerhalb unseres FB 2 einige Student*innen und auch Externe erreicht. Aber die Mehrheit kam natürlich auch aus unserem Fach­be­reich und das waren, glaube ich, 70 %. Da haben wir uns natürlich auch gefreut, dass auch viele von uns, haupt­sächlich Architekturstudent*innen, Interesse an diesen Themen haben, die uns ja auch als Kol­lektiv interessieren.

Also Ziel­gruppe erreicht?

Hannah: Ja, auf jeden Fall. Und es waren auch immer relativ viele Leute da. Das hat uns auch gefreut. Das zeigt dann auch, dass es die Leute inter­es­siert. Und dann kann man ja auch eben trotz so einem voll­ge­packten Stun­denplan irgendwie mehr darüber dis­ku­tieren, wenn man weiß: ah, die anderen inter­es­siert das auch. Und es ist nicht so eine Gruppe von zehn Leuten, die da irgendwie in der Ecke sitzt und über Femi­nismus redet, sondern dass das irgendwie ange­kommen ist.

Es hat dann ja auch etwas sehr empowerndes, zu merken: Okay, da sind auch ganz, ganz viele andere, die das auch wichtig finden und man steht da jetzt nicht irgendwie allein da und muss es erstmal allen erklären. Sondern da sind ganz viele, die Bock darauf haben. Und ich glaube, dann kann man auch in den nächsten Semestern noch relativ viel machen und bewegen.

Dann danke ich euch für eure Initiative und danke für das Interview.

Hannah: Ja, danke, dass wir da sein durften.

Lara: Ja, wir haben uns auf jeden Fall gefreut!

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