Freie Suche: Feminismus – Digitale Vitrinen

© Mandy Puchert / Semikolon

Digitale Vitrinen

Wo kann ich wei­ter­lesen? Welche Femi­nis­tinnen* inspi­rieren ein­ander? Wohin kann meine Suche nach pas­sender Lite­ratur führen? Was bedeutet eigentlich …? Diese und noch viele weitere Fragen haben wir exem­pla­risch in unseren Vitrinen ver­an­schau­licht. Dabei sind die so oft von uns erwähnten Ver­net­zungen nun erstmals bildlich geworden. Den Aus­gangs­punkt bilden die Hashtags zweier Autorinnen*, die reprä­sen­tativ für zwei Strö­mungen im Femi­nismus stehen und viele weitere Anknüp­fungs­punkte möglich machen.

Intersektionalität

Buchcover Eure Heimat ist unser Albtraum
Aydemir, Fatma; Yag­hoo­bi­farah, Hen­gameh (Hrsg.) (2019): Eure Heimat ist unser Alb­traum. Berlin: Ull­stein fünf. Signatur: OBZ242

Die Begrün­derin der Inter­sek­tio­na­lität Kim­berlé Crenshaw
„Inter­sek­tio­na­lität ist eine Linse, die erlaubt zu sehen, woher Macht kommt und auf wen oder was sie prallt, wo es Ver­knüp­fungen und wo es Blo­ckaden gibt. Es gibt nicht einfach ein Ras­sismus-Problem hier und ein Gender-Problem dort, und ein Klassen- oder LBGTQ-Problem woanders. Häufig löscht das domi­nante Framing aus, was Men­schen wirklich pas­siert.“

Kim­berlé Crenshaw zitiert in Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.) 2019, „Reach everyone on the planet…“ Kim­berlé Crenshaw und die Inter­sek­ti­onnalität

Lady Bitch Ray

Lady Bitch Ray
@LadyBitchRay1

Unter den Rappern bin ich „Porno-Rap­perin“, unter der dt. Mehr­heits­ge­sell­schaft „Aus­län­derin“, unter den Aus­ländern Kanakin, unter den Kanaken Ale­vitin, unter Ale­viten mus­li­misch, unter Wissenschaftler*innen alles – & ihr fragt mich, was Ras­sismus, Sexismus & Aus­grenzung ist?!

19. Januar 2020 · Twitter

„Racism. The belief in the inherrent supe­riority of one races over all others and thereby the right to domi­nance, manifest and implied.

Women respond to racism. My response to racism is anger. I have lived with that anger, ignoring it, feeding upon it, learning to use it before it laid my visions to waste, for most of my life. Once I did it in silence, afraid oft he weigth. My fear of anger thaught me nothing. Your fear of that anger will teach you nothing, also.“ (Audre Lorde 1984, Sister Out­sider, S.124)

Buchcover: Yalla, Feminismus
Şahin, Reyhan (2019): Yalla Femi­nismus. Stuttgart: Tropen. Signatur: ZYBC111

„Prak­tisch umge­setzt aus der eigenen schwie­rigen Notlage wurde Inter­sek­tio­na­lität jedoch viel früher im 19. Jahr­hundert: von der Frau­en­recht­lerin und christ­lichen Pre­di­gerin Sojourner Truth ( geboren als Isa­bella Baumfree), die sich nach ihrer eigenen Selbst­be­freiung als Sklavin mutig für die Abschaffung der Skla­verei ein­setzte. Truth stellte als erste Schwarze poli­tische Akti­vistin einen Zusam­menhang von Frauen- und Sklavin*nenrechten her. Bekannt wurde sie ins­be­sondere durch ihre Rede in 1851 auf der Women’s Rights Con­vention in Ohio, die unter dem Titel „Ain’t I a woman?“ bekannt ist.“ (Şahin 2019,Yalla Femi­nismus, S.39)

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Bad Feminist. Essays
Roxane Gay

Sexualisierte Gewalt und Sexismus

#aus­nahmslos-Mit­in­itia­torin und Autorin Anne Wizorek
„Wir fordern ein Nein-heißt-Nein-Gesetz ohne weitere Ver­schärfung des Auf­ent­halts­ge­setzes und ohne den so genannten ‚Grup­pen­pa­ra­grafen‘. Diese Dop­pel­be­strafung auf Grundlage der Staats­bür­ger­schaft lehnen wir ab.” ausnahmslos.org

Buchcover: Netzfeminismus
Kohout, Anne­kathrin (2019): Netz­fe­mi­nismus. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach. Signatur: ZYSZ109

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Ver­ge­wal­tigung
Mithu M. Sanyal

„Der Bade­mantel ist immer deplat­ziert. Fällt aus dem Kontext. Aus der Situation. Ist weder ero­tisch noch prak­tisch noch schön. Trotzdem heißt es jetzt häufig: ´Ja, was hat sie denn auch erwartet? Geht zu einer Bespre­chung ins Hotel­zimmer- wie ahnungslos ist das denn? ‚ (Carolin Emcke 2019, Ja heißt ja und …, S.16)

„Wir schreiben von dummen Anmach­sprüchen, Grab­schreien, Nöti­gungen, Ver­ge­wal­ti­gungen. Die vielen „kleinen“ all­täg­lichen Her­ab­wür­di­gungen, auch Mikro-Aggres­sionen genannt, sind genauso Thema wie kon­krete Über­schrei­tungen von kör­per­lichen Grenzen. Von Beginn zeigt sich unter #auf­schrei das nahezu kom­plette Ausmaß von Sexismus und sexua­li­sierte Gewalt.“ (Anne Wizorek 2014, Weil ein Auf­schrei nicht reicht. Für einen Femi­nismus von heute, S.188)

Anne Wizorek

Anne Wizorek
@marthadear

@vonhorst wir sollten diese erfah­rungen unter einem hashtag sammeln. ich schlage #auf­schrei vor.

25. Januar 2013 · Twitter

Was bedeutet eigentlich sexua­li­sierte Gewalt?
„Für den Begriff der sexua­li­sierten Gewalt gibt es keine ein­heit­liche Defi­nition. Nach einem weiten Ver­ständnis, das häufig der Arbeit spe­zia­li­sierter Fach­be­ra­tungs­stellen zugrunde liegt, ist sexua­li­sierte Gewalt dann gegeben, wenn ein Mensch an einem anderen Men­schen gegen dessen Willen mit sexu­ellen Hand­lungen eigene Bedürf­nisse befriedigt. Dies reicht gemeinhin von einer ver­balen sexu­ellen Beläs­tigung bis hin zur Ver­ge­wal­tigung.“ bpb: Sexua­li­sierte Gewalt

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Fleisch­markt
Laurie Penny

Wenn Männer mir die Welt erklären
Rebecca Solnit

„Wie grotesk die Posen von Frauen sind, wenn sie Pro­dukte bewerben, sieht man, wenn Männer – zwecks Kunst oder eben Ironie – genau die­selben Posen ein­nehmen. Es sieht immer albern aus, selbst­er­nied­rigend und dämlich. Aber bei Frauen sind wir daran gewöhnt.“ (Mar­garete Sto­kowski 2018, Untenrum frei, S.73)

Buchcover: Untenrum frei
Sto­kowski, Mar­garete (2016): Untenrum frei. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. Signatur: ZYJD127

Was bedeutet eigentlich Sexismus?
Sexismus bezeichnet jede Form der Dis­kri­mi­nierung von Men­schen auf­grund ihres zuge­schrie­benen Geschlechts sowie die diesem Phä­nomen zugrunde lie­gende Geschlech­ter­rollen fest­schrei­bende und hier­ar­chi­sie­rende Ideo­logie. Er bezieht sich auf gesell­schaftlich erwartete geschlechts­spe­zi­fische Ver­hal­tens­muster, wobei Männer eine pri­vi­le­gierte Position haben (Patri­archat). Primär sind deshalb Frauen vom Sexismus betroffen.
Infovis FHP: Was ist Int

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Boys don’t cry
Jack Urwin

Warum Femi­nismus gut für Männer ist
Jens van Tricht

Wer wir sind

Mein Name ist Claudia Stoleru und ich stu­diere Kul­tur­arbeit an der Fach­hoch­schule Potsdam. Seit Sep­tember 2019 bin ich Mit­ar­bei­terin des Gleich­stel­lungs­büros. Mein erstes femi­nis­ti­sches Buch war We should all be femi­nists von Chi­ma­manda Ngozi Adichie, das mir bei einem Vor­be­rei­tungs­se­minar für meinen Frie­dens­dienst emp­fohlen wurde und noch heute zu meinen Favorit*innen zählt.

Mein Name ist Rebecca Vaßen und ich stu­diere Euro­päische Medi­en­wis­sen­schaft an der Fach­hoch­schule und an der Uni­ver­sität Potsdam. Im Gleich­stel­lungsbüro arbeite ich seit August 2019. Mein erstes femi­nis­ti­sches Buch war der Roman Kat­zenauge von Mar­garet Atwood, den mir meine Mutter als Teen­agerin zu lesen gab.

Das Gleich­stel­lungsbüro wünscht viel Spaß beim Ver­schicken, Teilen und Dis­ku­tieren!

Für weitere Anre­gungen und Fragen stehen wir Euch zur Ver­fügung!
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