Neues aus der Mensa

Unsere Mensa und Cafeteria haben seit wenigen Monaten eine neue Leiterin. Im Gespräch erzählt sie uns, wie ihr Alltag aussieht, was hinter den Kulissen passiert und was für die nächste Zeit geplant ist.

Susi, wie ist es so als Chefin?

Anders. Aber es macht viel Spaß. Manchmal geht auch etwas schief, aber ich muss sagen, das Team ist echt toll. Und die Leute der FH super.

Was ist eher nervig am neuen Job?

Die Termine im Hinterkopf zu behalten und alles zu koordinieren. Das ist schwierig, aber ich denke das ist alles eine Lernsache. Ansonsten telefoniere ich viel und frage viel. Ich sehe es ganz entspannt!

Gab es in den letzten zehn Jahren viele stressige Tage?

Nö, eigentlich nicht. Ich gehe jeden Tag gerne arbeiten. Ich bin ein Mensch, der nie schlechte Laune hat. Für mich geht der Spaß an allererster Stelle, also dass die Leute gerne arbeiten gehen und die Leute sich willkommen fühlen. Ich habe es noch nie gehabt, dass ich dachte, das schmeiße ich hin.

Also auch lustige Momente.

Ja, hatten wir. Aber das braucht man immer. Wie die Sprüche von den Student*innen und ihre Fragen, wo du dann schmunzeln musst: ob da im Milchreis Schweinefleisch drinnen ist oder sonst irgendwas. Und es sind Fragen, wo du echt lachen musst!

Manchmal ist es auch schon stressig, aber ich freue mich immer drauf, wenn es voll ist; da vergeht die Zeit schneller. Und ich verlerne mein Kochen nicht. Denn ich wechsle mich mit meiner Stellvertreterin Ute Splisteser ab: sie geht eine Woche in die Küche und die andere ist sie an der Ausgabe. Ich koche einfach für mein Leben gern, bin aber auch gerne am Schalter. Man wird mich nie nur da hinten sehen, dafür bin ich noch zu jung! (lacht)

Kommen wir zur Mensa. Wer macht eigentlich den Speiseplan?

Wir haben einen zentralen Speiseplan. Da treffen sich Leute aus allen Mensen des Studentenwerks und machen ihn zusammen. Es ist ein 6- oder 7-Wochen-Plan, und dann wiederholt sich das immer. Meine Stellvertreterin und ich sitzen dann zusammen und passen den Speiseplan an. Jetzt hat sich z.B. für Montag eine Kindergruppe angemeldet. Und da gibt es am Montag nicht ein einziges Essen, was für Kinder geeignet ist. Deswegen habe ich gesagt, machen wir am Montag einen Grießbrei und dann ist das schick.

Wie funktioniert die Kalkulation der Gerichte?

Man richtet sich an den Jahren davor, plus minus zehn Prozent. Man kennt es ja schon seit zehn Jahren. Wir haben aber immer noch was im Hinterhalt, dass man sagen kann, das kann ich noch nachproduzieren. Wie zum Beispiel gebackenen Fisch. Ich bestelle einen Teil Frischfisch und wenn noch mehr kommen, dann habe ich hinten immer noch gebackenen Fisch.

Für den Semesterbeginn habe ich schon mit 1.100 Personen geplant und ich freue mich, wenn es mehr werden. Unsere Kapazität ist für 1.500 Personen ausgelegt und das wäre toll. Die Leute sind auch da, also das wäre kein Problem. Ich habe das Team komplett umstrukturiert und habe für den Fall der Fälle noch die dritte Kasse offen, damit es schneller geht.

Was passiert mit dem Essen, das übrig bleibt?

Wir versuchen alles zu verarbeiten. Es ist wirklich ganz selten, dass ich etwas wegschmeiße. Wenn Nudeln übrig sind gibt es Nudelsalat, wenn Reis übrig ist Reissalat, Bulgur für das Salatbuffet oder für die Cafeteria zum Verarbeiten. Und andersherum auch: wenn die Cafeteria Brötchen übrig hat, dann werden sie eingefroren und die gibt es mit zur Suppe. Und wenn wir Brot übrig haben, was wir nicht mehr einfrieren können, wird es getrocknet und Semmelmehl draus gemacht. Es hat alles seine Verarbeitung, irgendwas zaubern wir immer draus.

In anderen Mensen können Studierende die Reste des Tages für einen kleinen Preis mitnehmen, fürs Abendessen zum Beispiel.

Das können wir aus hygienischen Gründen nicht machen, da kriege ich Ärger. Also machen würde ichs gerne, aber da müssten wir uns vorher absichern.

Im letzten Jahr scheint die Beliebtheit des vegetarischen Angebots IV gestiegen zu sein.

Ja. Auch das Schweinefleisch geht ganz doll nach unten. Wir schließen uns darauf ein, mehr vegetarisch und vegan zu machen.

Gibt es jeden Tag ein vegetarisches und ein veganes Essen?

Ja. Es gibt jeden Tag vegetarisch, vegan und Fleisch. Ab und zu bieten wir zum Essen II alternativ vegetarisch und Fleisch an. Und vegan gibt es immer. Ich habe es jetzt mit der Kanzlerin auch so ausgemacht, dass wir im Wintersemester alle vier Essen bis 13:30 Uhr haben. Und dann fahre ich langsam runter.

Meistens gibt es ein Fleischgericht und eine vegetarische Alternative dazu. Wie stehst du dazu, das vegetarische Angebot zum Standard zu machen und dazu evtl. eine Fleischalternative anzubieten?

Mir ist das relativ egal, ich richte mich nach den Leuten. Ich esse auch unheimlich gerne vegan, vegetarisch und auch Fleisch. Hauptsache, die Leute sind zufrieden und das ist mir wichtig. Ich gucke, dass ich für jeden was habe und das ist nicht einfach, aber das kriegen wir schon hin. Da bin ich ganz entspannt.

Unsere Mensa ist eine der wenigen, wo der Nachtisch noch inklusive ist. Nun gibt es Überlegungen, ihn zukünftig rauszulassen.

Ja. Wir sind noch dabei, aber da wird nächstes Jahr noch was kommen. Das Gerüst ist noch nicht fertig, aber wir wollen ein hochwertiges Dessert anbieten, es schön im Glas machen, und zu einem bezahlbaren Preis verkaufen.

Aber ja. Wir müssen es tun, weil alles teurer wird und wir schon die ganze Zeit jonglieren. Wir investieren das Geld lieber in mehr frische Produkte und regionale Sachen für die Lieferanten, die hier sind. Aber einen Kinderapfel soll es trotzdem zu jedem Essen geben.

Übrigens wird es zum Wintersemesterstart am Montag, den 22.10. zusätzlich zum Dessert einen regionalen Apfel dazu geben!

Der Kaffee ist bio und fairtrade, das Obst und Gemüse regional und saisonal, der Fisch nachhaltig. Was ist mit dem Fleisch?

Unser Fleisch beziehen wir von einer regionalen Fleischerei. Also nicht alles alles, das geht gar nicht vom Kostenfaktor. Wir haben auch Produkte wie Hähnchenschnitzel, die Tiefkühlware sind. Aber wir versuchen so viel wie möglich regional zu kaufen.

Die Zahl der verkauften Einwegbecher hat sich im letzten Jahr halbiert. Doch ist jeder Becher, der im Müll landet, nicht einer zu viel?

Wir haben das Problem, dass wir manchmal auf Becher zugreifen müssen, weil wir keine Tassen haben. Das ist immer noch das riesengroße Tassenproblem, was wir leider haben. Die Hochschule startet ab und zu einen Aufruf zum Tassen sammeln und da kommt immer viel zurück. Mitte Oktober wollen wir noch einen Aufruf starten.

Aber es ist der Wahnsinn. Viele Tassen sind dann verschimmelt oder es wird Farbe angerührt, und das ist echt schade. Und die Mädels kommen und sagen: Susi, ich krieg sie nicht sauber. Und da sage ich: ja, dann musst du die Tasse wegschmeißen. Das tut mir in der Seele weh. Ich möchte das gerne vermeiden.

Ich bin für Leute, die ihre Thermobecher mitbringen. Das finde ich ganz toll, da gehen wir beide Probleme aus dem Weg: Tasse und Einwegbecher. Aber wie gesagt, bitte auf die Tassen achten. Es ist nicht mein Job, durch die Häuser zu gehen und die Tassen einzusammeln. Da habe ich echt mehr zu tun, als so was zu machen.

Die Einwegbecher abzuschaffen käme also erstmal nicht infrage.

Nein, erstmal nicht. Aber wir haben ja unsere umweltfreundlichen Becher. Unser ganzes Einweggeschirr haben wir auch gewechselt. In der Cafeteria verbrauchen wir die alten Sandwichboxen noch, dann werden wir nur noch die recycelten Sandwichboxen haben. Wir haben jetzt auch Holzbesteck, es gibt kein Plastebesteck mehr. Und unsere Servietten sind auch recycelt.

Aber das Thema ist noch ausbaufähig, wir müssen noch daran arbeiten. Nachdem ich mir das Jenke-Experiment angeguckt habe, habe ich mich nicht mehr getraut, Wasser aus Plasteflaschen zu trinken! Es ist schlimm. Wenn du siehst, was in den Meeren los ist, ist es furchtbar.

Die meisten Gäst*innen gehen zwischen 11:45 und 12:15 Uhr essen. Habt ihr einen Plan, um diesem Strom entgegenzuwirken oder ist hier auch die Hochschule in der Pflicht, die Mittagspausen besser einzutakten?

Ja, die Lehrenden müssen sich besser koordinieren. Ab 11 Uhr ist echt Leerlauf, hier könnten schon die ersten 100 essen und es wäre noch genug Platz. Aber es kommt ja keiner, das ist das Problem. Und dann wäre es auch nicht so voll.

Vor allem im Winter kann es drinnen ganz schön knapp werden.

Das Problem ist, dass viele ihre Hausaufgaben machen, weil es keine anderen Plätze gibt, wo sie ihre Hausaufgaben machen können. Wenn man das schaffen würde, dann wäre es kein Problem. Ab 14:00 oder 14:30 Uhr können sie sich gerne wieder setzen. Wir sind die letzten, die da was sagen würden. Aber wenn zu den Stoßzeiten die Studierenden nach dem Essen gehen würden, wäre das super. Ansonsten haben wir den kleinen Speisesaal aufgestockt und mehr Plätze reingemacht. Aber mehr geht nicht.

Auch wenn inzwischen mehr ihre Campus.Karte verwenden, bezahlen 3 von 5 Mensagäst*innen immer noch bar. Warum ist das so?

Ich bin ein absoluter Befürworter für bargeldloses Zahlen. Ich weiß nicht, warum es nicht mehr tun. Ich persönlich finde es toll, denn es geht schneller; sonst kramen die ewig ihr Geld raus und das stockt.

Was hast du noch für Vorhaben und Ideen?

Für mich ist erstmal wichtig, dass die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit der Hochschule funktioniert. Das ist heute zu den größten Problemen der Gesellschaft geworden. Mir fehlt hier das Teambuilding an der Fachhochschule, jeder denkt so an sich. Das finde ich sehr schade. Denn Kommunikation ist alles! Daran möchte ich unbedingt arbeiten.

Und ich möchte gerne meine Mensazahlen erhöhen, also die Essensportionen. Jetzt haben wir den Umbau der Cafeteria gemacht, als Arbeitserleichterung für meine Kollegen. Die Kaffeemaschine ist jetzt vorne und optisch schöner gemacht, bald kommen noch Cookie-Gläser dazu. Das Angebot wird auch nochmal ein bisschen wechseln, weil wir vielseitig sein wollen und dass was anderes kommt.

Das sind die ersten Ziele, die ich mir gesetzt habe. Und ich denke, wir sind auf einem guten Weg dahin. Was dann noch kommt: ich lasse mich gerne mit dem Trend leiten. Ich bin offen für alles, was möglich ist. Natürlich geht nicht alles, aber man muss den Leuten auch entgegenkommen und gemeinsam einen Konsens finden.

Es gibt einen jährlichen Mensaausschuss mit Studivertreter*innen und Hochschulverwaltung. Was können Studierende oder Mitarbeiter*in noch tun, wenn sie Ideen oder Feedback haben?

Meine Kollegin Frau Splisteser oder mich ansprechen. Deswegen stehen wir alle zwei Wochen am Schalter, damit wir den Kontakt zu unseren Gästen nicht verlieren. Also ansprechen oder eine E-Mail schicken. Einfach anquatschen!

Möchtest du noch etwas loswerden?

An die Tassen denken! (lacht)
Also ich sage immer, wir haben ein gemeinsames Ziel: zufriedene Studierende.

Schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch!

Beitragsbild: © Nikolas Ripka

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