Ein Ausflug an den AsiaTISCH

Fassade des Imbisses „AsiaTISCH“

Auf dem Weg vom Co-Working-Space zum AsiaTISCH nehmen wir die praktische Abkürzung durch das LW-Gebäude. Bei trübem Wetter überqueren wir gespannt die Straße, der AsiaTISCH lockt mit zwei heimelig leuchtenden Lampen an der Markise.

Wir betreten den spärlich kühl eingerichteten Imbiss und werden vom in der Luft stehenden Fett und zwei freundlichen Mitarbeitern begrüßt; letztere wundern sich sichtlich über den plötzlichen Andrang unseres 7er-Grüppchens. Nachdem wir alle kurz schweigend in die Speisekarte über der Küche gestarrt haben, bekommen wir noch vor der Bestellung jede*r einen golden verpackten Glückskeks in die Hand gedrückt. Die Entscheidung für das Essen ist schnell getroffen und wir können unproblematisch typisch deutsch die 42f oder 20 mit Tofu bestellen.

Die Redaktion sitzt am Tisch
Die Redaktion ergattert den besten Platz. © Julia Ullrich

Das doch sehr helle Licht drängt uns automatisch in die gemütlichste Ecke – wir schieben zwei Tische zusammen und finden Platz unter einer kitschigen Kunstpalme. Beim Warten auf das Essen organisieren wir uns in Selbstbedienung Stäbchen und Gabeln. Während die Küche dampft und klappert packen wir die Glückskekse aus („Nächste Woche gehen Sie mit Ihrem Glück Hand in Hand“ oder „Du hast ein Herz aus Gold“). Nebenbei halten wir zeitgemäß mit mehreren Handys alles fotografisch für Instagram fest (na ja, ausnahmsweise haben wir eine Ausrede für den geplanten Beitrag).

Als Vorspeise teilen wir uns eine Portion Frühlingsrollen (2,50 €); Caro verbrennt sich dabei die Zunge. Bereits innerhalb von 10 Minuten sitzen wir alle vor unseren duftenden Tellern. Sie sprechen das Auge an: mit viel Gemüse und guten Portionsgrößen kann das Essen punkten – jedoch sind die Nudeln nicht vegan, da in der Vorbereitung schon Ei untergemischt wird.

Unser „Asiaexperte“ Paul, der nach seinem Auslandsaufenthalt in Shenzhen routiniert mit seinen Stäbchen hantiert, erzählt stolz, dass er sich jetzt einen richtigen Reiskocher mit Dampfgarfunktion zulegen will. Währenddessen findet Caro die Konsistenz der frittierten Tofustückchen (6 €) fragwürdig. Auch Rufus findet den Tofu fade, den Geschmack aber durchaus okay. Ihm gefällt auch das reichliche frische Gemüse. Wir fragen Paul, ob man dieses Essen mit dem in Shenzhen vergleichen kann, stellen aber fest, dass die Bezeichnung asiatisch ungefähr so sinnvoll ist, wie nach europäischem Essen zu fragen. Stattdessen meint Paul, dass die Asiaten furchtbare Sandwiches machen. Und Pizza.

Paul freut sich auf seinen „Szechuan“-Teller mit Hühnerfleisch.
Elena kann es kaum erwarten, ihre Nudeln mit gebratener Ente zu kosten.
Martin isst seine Nudeln mit Tofu natürlich mit Stäbchen.
Teller
Caros große Portion Udon Yaki mit Tofu.
Teller

Niko findet die Nudeln mit Tofu (4 €) in Ordnung – den Tofu kann man sich allerdings sparen (3,50 €). Julia hat auch die Nudeln nur mit Gemüse gewählt und ist nicht gerade beeindruckt: „Das Essen macht mich nicht zum Asia-Fan“! Doch nicht alle sind so kritisch: Paul ist mit seinem „Szechuan“-Teller mit Hühnerfleisch (6,50 €) zufrieden. Gerade Paul! Er würde wieder kommen. Elena findet ihre Nudeln mit gebratener Ente (5,50€) geschmacklich gut, aber manche Teile etwas zäh. Weil sie die letzten zwei Stücke liegen ließ hat es am nächsten Tag auch geregnet.

Insgesamt findet Caro das Essen gut, hätte sich aber in der Tiefe bessere Gewürznoten gewünscht. Insider-Tipp: Niko merkt an, dass die scharfe Soße auf dem Tisch seine Nudeln deutlich aufpeppt. Die Menge des Essens auf den Tellern schrumpft bei allen, außer scheinbar bei Caro. Sie entdeckt ab und zu etwas sehr dunkel angebratene Nudeln in ihrem Essen und wägt ab, ob es sich lohnt den Rest einpacken zu lassen. Anmerkung von Julia: „wenn du es jetzt einpacken lässt um es später zuhause wegzuschmeißen, dann kannst du jetzt immerhin die Verpackung sparen“. Wo sie Recht hat …

Alle anderen Teller sind leer und da man nicht mehr über Essen reden kann, wird das Geschirr aufmerksam begutachtet. Ganz klassisch kommt es in weiß daher. Vor allem die geschwungenen Formen kommen bei Martin gut an. Nachdem sich Rufus gönnerhaft und der Einfachheit halber als Finanzier beim Bezahlen gemeldet hatte (wollte unbedingt sein Bargeld loswerden), kommen PayPal und MoneyBeam erfolgreich zum Einsatz. Die Gespräche ebben ab und wir werden schläfrig.

„Wollen wir gehen, oder?” fragt Paul. Alle haben es gedacht, aber keiner hat es laut gesagt. Vorbildlich stellen wir die leeren Teller auf den noch halb eingeschweißten Servierwagen, verabschieden uns freundlich von den Mitarbeitern und ziehen von dannen.

Wart ihr schon bei AsiaTISCH? Erzählt uns eure Erfahrung in den Kommentaren.

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1 Kommentar

  1. Meine Nudeln mit Hünerfleisch waren viel zu fettig, die Portion jedoch riesig. Eins von beidem lösten Probleme bei der Verdauung bei mir aus. Ich wusste nicht, dass man asiatische Gerichte, die meistens vorproduziert zur die Filiale kommen, derartig schlecht zubereiten kann. Schade Femo! Ich komme eventuell aus magelnder Konkurrenz wieder, werde aber keine Nudeln bestellen.

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